Ort der Begegnung

20.000 Euro

Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland fördert das Projekt „Der Hammer mit den 2 Köpfen“ mit 20.000 Euro. Die formellen Anforderungen an die Verwendung des Geldes sind nicht leicht nach Afrika zu übersetzen. Andreas Rimkus musste einen „vorzeitigen Maßnahmebeginn“ beantragen und sich einen großen Teil der Summe auf eigenes Risiko leihen, um mit dem Bau der Häuser vor Beginn der Regenzeit starten zu können. Banküberweisungen sind nicht üblich, und zu 99% nicht möglich. Sämtliche Geldübergaben wurden deshalb sorgsam per Hand quittiert.

 

Die Skulptur „Der große Hammer“ wird als Teil des Projektes von den Dörflern in Ouri selbst gebaut. Sein Double steht in Springe in Deutschland. 

Hausbau

Vier Häuser entstehen im Dorf Ouri: eines dient als Museum, eines als digitale Bibliothek, ein weiteres als Begegnungsstätte und ein viertes als Gästehaus. Es sind Orte des Wissens, die Einheimischen und Besuchern offen stehen.

 

Der einzig geeignete Standort für die Häuser stellte sich als heiliger Ort heraus, der nur vom Rat der Weisen freigegeben werden konnte.

Beim Hausbau packten alle Dorfbewohner mit an. 3400 Steine braucht es für ein Gebäude mit nubischem Gewölbe. Sämtliche benötigten Materialien (vor allem Lehm und Wasser) stammen aus der Umgebung.

Recycling Schindeln

Da die Lehmhäuser in der Regenzeit feuchtigkeitsanfällig sind, experimentieren die Bewohner mit Verkleidungen aus Blech (eine Idee von Andreas Rimkus), das sie aus alten Dosen gewinnen. Sorgt hier Müll für eine längere Haltbarkeit der Häuser? 

Solaranlage

Die Errichtung der Solaranlage musste laut Vorschrift des Auswärtigenamt nach  dem Deutschen Vergaberecht ausgeschrieben werden. Nur wenige Firmen vor Ort können aber ein schriftliches Angebot mit Dokumentation ihrer Standards abgeben. Schließlich erhielt die Firma von Souleymane Sow (www.microsow.com) den Zuschlag. Der Betreiber hat in Deutschland studiert und installiert nach höchsten technischen Richtlinien und deutschen Standards und bietet eine mehrjährige Wartung der Anlage an.

 

Weit draußen auf dem Land sahen die Bewohner den Standort der Solaranlage. Ob dieser Platz denn sicher sei, fragte Andreas Rimkus, und die Bewohner bejahten. Dann könne man auch mal eine Zeitlang weggehen und sein Handy hier liegen lassen? Auf keinen Fall, fanden die Bewohner. Auf diese Weise wurde der geeignete Standort für die Solaranlage gefunden.

Grundsteinlegung

Die Grundsteinlegung erfolgte am 10.03.2017  mit einem großen Fest, an dem alle Dorfbewohner sich beteiligten. Im gemeinsamen Projekt waren alle vereint, ohne Unterschied der Religionen.

Versammlung des interreligiösen Vereines Tchitchiguidon

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Projektes ist der Ansatz, auch über die Grenzen von Burkina Faso hinaus Öffentlichkeit für ihre Tradition zu wecken. Der internationale Austausch der Kulturen erweist sich für alle Beteiligten als fruchtbar. Im Sommer 2015 haben die beiden Künstler Hiwame und Doufougou Konate (siehe oben) aus Burkina Faso zusammen mit Andreas Rimkus und der Stadt Springe ein Objekt für deren Waldfriedhof aus Deistereiche und Edelstahl fertiggestellt. Dieses Projekt, das Christen, Muslime, Juden, Buddhisten, Hindus, Bahai, Atheisten und Naturreligionen vereint, beeindruckte die beiden Künstler aus Burkina Faso so sehr, dass sie zu Hause in ihrem Dorf Uri einen interreligiösen Verein gegründet haben. Dieser trägt den Namen „Tchitchiguidon“, das bedeutet: „Die Vergangenheit muss nicht verloren gehen.“ Unsere Kultur, unsere Bräuche müssen erlebt werden und weiter leben. Der Vorstand des Vereins besteht aus Christen, Muslimen, Andersgläubigen, Jungen und Alten, Frauen und Männern.

Kontakt

KulturFeuerStiftung

Andreas Rimkus

Weg zur Kunst 2
31832 Springe
Deutschland
+49 (0) 5041-61655